M

Das Rezept für Stellenanzeigen, die rocken

Rezept für Stellenanzeigen die rocken

Stellenanzeigen sind Marketing und deshalb lässt sich auch sehr gut ein Urgestein des Marketings auf sie anwenden. Die AIDA Formel. Doch bevor wir den Kochlöffel schwingen, hier erst einmal die Liste nötiger Zutaten:

 

Strukturierte Daten

– ohne die wird deine Stellenanzeige nicht gut gefunden.
Relevanter Jobtitel – Damit auch Interesse geweckt wird.

 

Ansprechender Inhalt

– Wecke mich aus der Scrollhynose.

 

Relevanter Inhalt

– für den Bewerber relevant, nicht für dich.

 

Humor

– in unterschiedlicher Dosierung.

 

Sinn und Zweck einer Stellenanzeige ist es, eine Handlung – namentlich die Bewerbung eines passenden Interessenten (m/w/d) auszulösen. Hierfür ist es empfehlenswert, strukturiert nach AIDA vorzugehen.

Ein gutes Rezept braucht eben nicht nur Zutaten, sondern auch Timing. Die Butter muss zum passenden Zeitpunkt bei die Fische, sonst brennt sie an.

 

A= Attention:

Ohne initiale Aufmerksamkeit kein Klick auf den Bewerbungsbutton. Wie bei einem guten Zeitungsartikel ist die Überschrift entscheidend dafür, ob dieser überhaupt gelesen wird. Nur wenn meine Aufmerksamkeit gefangen wird, können alle weiteren Zutaten ihren Geschmack entfalten.

Aufmerksamkeit wird erzeugt durch Sichtbarkeit und somit strukturierte Daten. Was nicht auf meinem Bildschirm erscheint, kann ich auch nicht lesen. Suchmaschinen haben nun einmal bestimmte Vorgaben und wenn ich mich nicht daran halte, werde ich nicht gefunden.

Bestes Beispiel: die Stellenanzeige per PDF. Sie wird einfach nicht als solche erkannt und ist somit irrelevant. Sie taucht bei keiner Suche aus den Tiefen des Internets auf und wird daher auch nie der Beginn einer wunderschönen Beziehung werden.

Aufmerksamkeit erzeugt auch der Jobtitel. Er ist zum Einen Teil der strukturierten Daten, heißt, er muss sich im Rahmen allgemeingültiger Jobbezeichnungen befinden, um gefunden zu werden, zum Anderen suche ich als Jobanwärter nach bestimmten Schlüsselwörtern, an denen mein Auge hängenbleibt. Als Tischler suche ich nach (Achtung) dem Anzeigentitel Tischler und eben nicht nach einem Eichenholzninja.

Deshalb an dieser Stelle noch nicht kreativ werden und einfach dem Rezept folgen.

 

I= Interest

Du hast meine Aufmerksamkeit. Ich habe die Anzeige gefunden und für mich als relevant eingestuft. Jetzt musst du auch liefern, sonst bin ich wieder weg.

Deshalb: aus Bewerbersicht interessante Informationen an erste Stelle.

Weder will ich jetzt schon wissen, wann dein Unternehmen gegründet wurde, noch sonst irgendeinen Teil deiner Unternehmenslegende lesen.

Ich möchte genau eine Frage beantwortet haben, und die lautet: WABRIMIDA?

Was bringt mir das? Als angehender Bewerber, bin ich in meinem eigenen Universum unterwegs, mit meinem Nabel als Zentrum der Welt. Aus dieser Sicht interessiert mich eben erst einmal nur diese eine Frage.

Also gerne erst einmal die Benefits und den „Duft“ deiner Firma. Also die Kernbotschaft deines Unternehmens, die du hoffentlich vorher erarbeitet hast. Das bitte authentisch und klar.

 

D= Desire

Jetzt hast du mein Interesse. Ich weiß jetzt, was für mich drin ist und kann etwas mit deiner Kernbotschaft anfangen – finde dich also erst einmal sympathisch. Nein, es ist immer noch nicht Zeit für die Unternehmenslegende 😉 .

Jetzt möchte ich kurz und knapp weitere Informationen. Bedenke, dass die meisten Anzeigen mittlerweile auf dem Handy gelesen werden. Da macht sich langer Text nicht gut.

Bitte ohne Buzzword Bingo und Allgemeinplätze wie: motiviert, teamfähig u.ä.

Hier kannst du gerne beginnen, mit einer Prise Humor zu würzen. Viel besser, weil menschlicher ist es, die Unwägbarkeiten deiner Stelle humorvoll darzustellen, als ein hochglanzpoliertes, wenig authentisches „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“.

Klar und authentisch; Was kann ich von dir erwarten.

Wenn du die Wirkung deiner Anzeige deutlich erhöhen willst, schreibe das Gehalt mit in die Anzeige. Schließlich machst du mir mit deiner Anzeige ein Angebot. Da sollte die wichtigste Information nicht fehlen.

Erst jetzt kommt der Teil, in dem du mir schreibst, was du dir von mir wünschst. Ich schreibe bewusst wünschst und nicht erwartest.

Auch hier: Kurz und authentisch, Softskills und Hardskills. Gerne in „Must have“ und „Nice to have“ unterteilt.

Die eierlegende Wollmilchsau ist mit den Dinosauriern ausgestorben. Die brauchst du nicht mehr zu suchen. Auch den Studienabgänger mit zehnjähriger Erfahrung zum Praktikantengehalt dürftest du nicht finden – wenn, dann ist Vorsicht geboten.

Nur wenn du klar formulierst, wen und was du wirklich suchst, besteht die Chance es auch zu finden.

Die sieben „W“ Fragen können hier hilfreich sein:

Wie muss eine Stellenanzeige gestaltet sein, damit sie möglichst viele tolle Bewerber anspricht? Klassischerweise beantwortet die Stellenanzeige alle sieben W-Fragen:

Was erwarten dich? (Anforderungen) I Was können Sie bieten? (Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten, Benefits etc.)
Wozu braucht ihr Verstärkung? (Stellenbeschreibung)
Wann geht’s los? (Frühestmöglicher Eintrittstermin)
Wo sitzt das Unternehmen? (An welchem Ort ist der gesuchte neue Mitarbeiter tätig?)
Wen sucht ihr? (Soft Skills) Wer sind wir? (Vorstellung des Unternehmens)
Wie kann ich mich bei euch bewerben? (Kontaktdaten, Bewerbungsmodalitäten)

 

A= Action

Du willst es doch auch. Der Interessent soll endlich auf den „Jetzt Bewerben“ Button klicken.

Als Bewerber suche ich und suche ich. Bin ganz heiss darauf mich zu bewerben und finde nur ein: „Bei Interesse wenden Sie sich bitte per E-Mail an unsere Frau Müller unter Bewerbung@…“

Bäm. Voll gegen die Wand geprallt. Alles kaputt. Der Salzstreuer ist mitten ins Essen gefallen und hat das sorgfältig abgestimmte Gericht unbrauchbar gemacht.

Ich will mich bewerben und zwar so einfach und komfortabel, wie möglich. Zeig mir wie und mache es mir so einfach wie es geht.

Ein schlanker und guter Bewerbungsprozess ist ein Gewinn für alle Beteiligten.

Ohne viel zu klicken, kurz ein Formular ausfüllen, Lebenslauf hochladen und ab dafür.

Ich habe als Bewerber wenig Arbeit und Frau Müller bekommt die Bewerbung direkt in ihre Bewerbungsmanagementsoftware geschickt, wo sie auf einen Blick alle Bewerbungen DSGVO konform verwaltet.

Noch die automatisierte Eingangsbestätigung versendet und voila, der Bewerber ist angekommen.

Jetzt gilt es, ihn nur noch gut betreut durch den Bewerbungsprozess zu leiten, ihn regelmäßig über den Stand der Bewerbung zu informieren und mit ihm, wie mit einem Kunden zu kommunizieren. Wertschätzend und auf Augenhöhe.

Drei Fragen die du beantworten solltest, bevor du auf Mitarbeitersuche gehst

Drei Fragen, die du beantworten solltest, bevor du auf Mitarbeitersuche gehst

Meistens läuft es doch so ab. Entweder es kündigt jemand und schneller als du gucken kannst, brauchst du jemand neues, oder Frau Müller geht in Rente und irgendwie ist es im Tagesgeschäft untergegangen, dass wir die Stelle neu besetzen müssen.