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Social Recruiting Chancen und Risiken für KMUs

Social Recruiting ist nicht nur ein neuer Trend in der Mitarbeitergewinnung. Es spiegelt viel mehr unsere veränderten Kommunikationsgewohnheiten wider. Wie jede Veränderung bietet das Social Media Recruiting, also die Mitarbeitergewinnung über soziale Medien, Chancen und Risiken gleichzeitig.

Viele KMU’s fremdeln noch stark mit dieser Methode. Auch dadurch bieten sich noch gute Möglichkeiten, sich von der grauen Masse abzuheben.

Social Recruiting ist auf darauf ausgelegt, sich mittelfristig als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und eine nachhaltige Methode zur Mitarbeitergewinnung.

Was die Do´s und Dont´s, die Chancen und Herausforderungen im social Recruiting sind, erfährst du in diesem Artikel.

 

Social Media Recruiting bringt einige Chancen mit sich, die andere Recruiting Kanäle nicht bieten.
Du triffst Menschen, die du sonst nicht erreichen würdest.

Wer soziale Medien zur Rekrutierung nutzt, hat einen großen Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern: Potenzielle Interessenten können in einer für sie entspannten Umgebung kontaktiert werden. Die Reichweite ist viel größer, als wenn Arbeitnehmer nur über Stellenanzeigen auf verschiedenen Job-Websites gesucht werden, denn du kannst auch Menschen ansprechen, die nicht auf Jobportalen suchen.

Die richtige Methode ist allerdings entscheidend: Sie sollte personalisiert und persönlich sein. Automatisierte Kommunikation führt hier eher zu einem schlechten Eindruck und macht eine der Stärken von Social Media, direkte und persönliche Kommunikation, zunichte.

 

Gezielte Stellenanzeigen

Bezahlte Werbung in sozialen Medien ist sehr effektiv. Du kannst deine Zielgruppe bis ins Detail festlegen, was Streuverluste vermeidet. So ist es möglich, Werbung nur für Personen anzuzeigen, die zum Profil des Unternehmens passen und ähnliche Interessen haben. Außerdem kannst du die Budgets für Anzeigen selbst festlegen.

 

Zukunftsorientierter Arbeitgeber

Eine starke Präsenz in den sozialen Medien wird immer wichtiger. Die Generation Y, die größtenteils ins Berufsleben eingetreten ist, und die Generation Z, die ins Berufsleben eintritt, informieren sich im Internet über potenzielle Arbeitgeber. Wenn du mit einer soliden Social-Media-Präsenz beeindrucken kannst, hast du gute Chancen, dir junge Talente zu schnappen. Auch erfahrene Talente finden sich zunehmend auf den sozialen Medien und sind hier gut zu erreichen (trifft nicht auf alle Zielgruppen zu).

 

Passive Kandidaten erreichen

Viele Menschen, die gerade nicht aktiv auf der Suche nach einem Job sind, können über die sozialen Medien erreicht werden. Passive Kandidaten sind häufig empfänglich für attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Chancen, passive Personen über soziale Medien zu überzeugen, stehen gut, wenn der Auftritt überzeugt, das Bewerbungsverfahren einfach genug ist und die Ansprache stimmt.
Die Erfolge sind sehr leicht messbar.

Die Effektivität von Social Media Recruiting kann sehr detailliert nachverfolgt werden. Es gibt Tracking-Tools für alle Werbeaktivitäten, da Social Media in erster Linie für das Marketing genutzt wird. Das macht es möglich, die Kampagne permanent zu verbessern.

 

Herausforderungen des Social Media Recruitings

Neben zahlreichen Chancen bringt Social Media Recruiting natürlich auch einige Herausforderungen mit sich, die es zu meistern gilt.

 

Die richtige Plattform

Die Auswahl einer Social-Media-Plattform ist entscheidend für den Erfolg bei der Rekrutierung in den sozialen Medien. Es ist wichtig, dass deine Zielgruppe auf der Plattform vertreten ist, die du nutzen willst. Wählst du die falsche Plattform, bringt dir die beste Darstellung nichts. Das ist wie im Salzwasser nach Süßwasserfischen zu angeln. In den meisten Fällen ist es am besten, sich auf eine Plattform zu konzentrieren und eine andere nur dann zu nutzen, wenn du erfolgreich bist. Realistische Ambitionen lautet das Stichwort. Es ist besser, eine Plattform richtig zu bespielen, als zwei nur halb.

 

Die richtige Ansprache

Du musst den richtigen Ton treffen, um potenzielle Bewerber/innen zu überzeugen. Frage dich, wer deine Zielgruppe ist und wie diese angesprochen werden möchte. Frage dich auch, welcher Ton zu dir und deiner Firma passt. Generell ist der Ton auf social Media eher locker. Auch auf Plattformen wie Linkedin und Xing wird immer mehr das “Du” verwendet. Allerdings ist das auch von deiner Branche und der zu besetzenden Position abhängig. Informationen sollten leicht verfügbar sein und auch das Bewerbungsverfahren darf möglichst einfach sein.

Es nützt dir wenig, einen schillernden Auftritt als fortschrittlicher Arbeitgeber in den sozialen Medien hinzulegen, der dann beim Bewerbungsverfahren per Post, oder der Stellenanzeige als PDF ad Absurdum geführt wird.

 

Online-Marketing

Die Grundlagen des Online-Marketings gelten auch für das social Recruiting. Sie sollten jedem Personalverantwortlichen bekannt sein, der soziale Medien nutzen möchte, um Talente zu finden. Wie funktioniert Content-Marketing? Welche Plattform bietet welche Möglichkeiten? Ist Influencer Marketing sinnvoll? Welche Ziele haben wir mit der Kampagne/ unserem Auftritt?

Da Mitarbeitergewinnung und Marketing über den gleichen Kanal laufen, ist es sinnvoll, beides aufeinander abzustimmen. Zum Kunden locker und in Turnschuhen, als Arbeitgeber aber zugeknöpft in Schlips und Kragen aufzutreten, wird nicht funktionieren. Mitarbeitergewinnung und Marketing sind sehr eng miteinander verknüpft und wer verschiedene Botschaften sendet, sorgt nur für Verwirrung.

 

Datenschutz

Das Thema Datensicherheit in sozialen Medien ist immer ein heißes Eisen. Um kostspielige Fehler zu vermeiden, solltest du den Datenschutz der Plattform sorgfältig prüfen, bevor du deine Entscheidung triffst und dich einmal bei einer fachkundigen Person informieren. Dann kannst du auch entspannt und sicher auftreten.
Social Media ist schnelllebig.

In deiner Contentplanung solltest du darauf achten, nicht zu viele Korrekturschleifen einzubauen, bzw. ganz klare Abläufe etablieren. Viele Unternehmen scheitern an den sperrigen inneren Strukturen, die die Geschwindigkeit von Social Media einfach nicht abbilden können.

Gleichzeitig ist da oft die Angst vor einem shitstorm, der nur sehr selten eintritt, aber alles hemmen kann. Wichtig ist es, die verantwortlichen Mitarbeiter mit den nötigen Kompetenzen auszustatten und dann machen zu lassen, ohne alles kontrollieren zu wollen. Das funktioniert erfahrungsgemäß nicht.

 

 

Social Media Recruiting mit Erfolg

Es braucht Zeit, um eine starke Präsenz in den sozialen Medien aufzubauen. Es ist unmöglich, über Nacht eine große Reichweite in den sozialen Medien zu erzielen. Das Experiment wird mit ziemlicher Sicherheit scheitern, wenn du nicht die richtige Taktik anwendest. Deshalb haben wir eine Anleitung zusammengestellt, wie du in den sozialen Medien erfolgreich rekrutieren kannst.

1. Strategie entwickeln

Die Entwicklung einer Strategie für die Rekrutierung in den sozialen Medien ist der erste Schritt. Zum einen musst du festlegen, welche Plattformen geeignet sind, um deine Zielgruppe zu erreichen. Zum anderen musst du eine Personalplanung vornehmen. Wer hat das nötige Know-how und die Zeit, sich langfristig mit dem Thema Social-Media-Rekrutierung zu beschäftigen? Setze dir Ziele, realistisch und messbar sind.

2. Team aufbauen

Du brauchst jemanden, der für die Rekrutierung in den sozialen Medien zuständig ist, und ein Team, das ihn oder sie unterstützt. Beiträge müssen geschrieben und geteilt werden, ebenso wie die Interaktion mit der Community. Lege fest, wer welche Aufgaben übernimmt und wer den Hut auf hat. Die Entwicklung einer starken Präsenz in den sozialen Medien ist zeitaufwändig und erfordert die Unterstützung vieler Personen. Wer das nur so nebenbei macht, ohne klare Strukturen, wird auf der ersten Meile scheitern.

 

3. Professionelles Auftreten

Bevor du anfängst, soziale Medien für die Rekrutierung zu nutzen, solltest du einen guten ersten Eindruck hinterlassen, indem du eine professionelle Präsenz aufbaust. Das Anlegen von Profilen und die Selbstdarstellung sind in jedem sozialen Netzwerk etwas anders. Es ist wichtig, dass du dich authentisch präsentierst und gleichzeitig sicherstellst, dass die wichtigsten Informationen für potenzielle Bewerber/innen auf einen Blick sichtbar sind. Wichtig ist, dass die Kommunikation aus einem Guss ist. Professionell kann allerdings für jede Zielgruppe anders sein. Es ist durchaus möglich, persönlich, verbindlich und professionell aufzutreten.

 

4. Wort und Bildsprache festlegen

Um mit den richtigen Leuten in Kontakt zu kommen, sollte dein Unternehmen einheitlich kommunizieren. Dazu gehört, dass du einen Sprachstil festlegst, welche Begriffe du verwendest und welche nicht, und wie du die Nutzer/innen ansprechen willst. Vergiss dabei nicht die Plattform, über die du kommunizierst. Farben und Bildsprache haben einen hohen Wiedererkennungswert und sollten gleichbleibend sein.

 

5. Content produzieren & veröffentlichen

Um bekannt zu werden, brauchst du Inhalte – relevantes Material für dein Zielpublikum und vor allem regelmäßige Inhalte. In vielen Fällen ist es eine gute Idee, eine Reihe von Artikeln zu planen, bevor der Kanal online geht, um auch kurzfristige Lücken zu schließen. Ein Redaktionsplan und klare Zuständigkeiten bei der Content Erstellung entscheidet über den langfristigen Erfolg. Social Recruiting ist kein Sprint, eher ein Langstreckenlauf.

 

6. Mitarbeiter einbinden

Bitte deine Mitarbeiter, deine Unternehmenskommunikation zu unterstützen. Sei es durch Kommentieren, Teilen oder liken deiner Beiträge. Immer wieder sehe ich Unternehmens- Posts, mit denen nicht einmal die Angestellten interagieren. Einen guten Eindruck macht das nicht und kostenlose Reichweite wird auch verschenkt. Schaffe also eine Struktur, die es Mitarbeitern ermöglicht, leicht zu interagieren.

 

7. Interaktion nicht vergessen

Social Media Recruiting braucht Zeit, um sich auszuzahlen. Es ist nicht nur notwendig, regelmäßig Material hochzuladen, sondern auch dein Netzwerk zu pflegen und zu erweitern. Interagiere mit Kommentaren unter deinen Posts. Wenn ein Mensch sich die Zeit nimmt, deinen Post zu kommentieren, ist es eine Frage des Respekts, darauf auch zu antworten. Erweitere ein Netzwerk aktiv. Vernetzte dich mit deiner Zielgruppe und Menschen, die deine Postings kommentieren. Nur so kannst du eine langfristige Präsenz aufbauen.

 

Fazit:

Social Recruiting birgt viele Chancen, wenn man es richtig angeht, sich einmal grundlegend Gedanken dazu macht und bereit ist, die dafür nötigen Strukturen im Unternehmen zu schaffen. Auch wenn es so scheint, braucht es dafür keine Armada an Fachleuten, sondern lediglich gute Strukturen und feste Abläufe. Gerade KMU´s können im Social Recruiting massiv punkten und sich gut und wenig kostenintensiv darstellen.

Bedenke, dass die Kommunikation auf Social Media und im social Recruiting keine Einbahnstraße ist. Sei dir bewusst, dass du regelmäßig Inhalte erstellen solltest und dass Interaktion der Kern und die Stärke von social Media ist. Schaffe Strukturen im Unternehmen, die das auch abbilden können.

In der Dreamteamacademy zeigen wir dir gerne, wie das geht.